20 Jahre Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf

10.06.2011


Die Geschichte der heutigen Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf begann eigentlich schon vor der politischen Wende mit der Kooperation der beiden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, der LPG „Franz Hübsch“ aus Hainichen und der LPG „Herman Matern“ aus Pappendorf. Durch hervorragende Zuchtergebnisse und Erfolge in der Pflanzenproduktion waren beide Betriebe weit über die Grenzen des heutigen Freistaates Sachsen hinaus bekannt.
Der endgültige Handschlag des Zusammenschlusses erfolgte dann am 16.10.1991. Dies war gleichzeitig die Geburtsstunde der heutigen Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf eG. Nicht alle unternehmerischen Tipps, welche die Berater damals gaben, wurden auch 1:1 umgesetzt. manche Empfehlungen wurden mit unternehmerischem Weitblick auch verworfen. Die damaligen Vorsitzenden, Gerd Engelmann und Gerhardt Uhlmann, bewiesen viel unternehmerisches Geschick. Die Umsetzung vieler Ideen bedurfte so manchen Kraftaktes, die damalige Lage war nicht immer einfach. Langjährige Erfahrungen, als vorheriger LPG-Vorsitzender erwiesen sich dabei immer wieder als sehr wichtig. Neue Partner galt es zu gewinnen und von den Zielen zu überzeugen. Dazu zählten zahlreiche Landverpächter und weitere Kooperationspartner. Auch die Belastbarkeit der Belegschaft wurde auf eine harte Probe gestellt, denn viele Arbeitsabläufe wurden umstrukturiert. Die Mitarbeiterzahl wurde reduziert und kleine Zweigstellen geschlossen. Was für viele damals nicht immer nachvollziehbar war, stellte sich im Laufe der Jahre als richtige Notwendigkeit heraus.Derzeit hat die Agrargenossenschaft Hainichen Pappendorf eG 227 eingetragene Mitglieder, 78 Vollbeschäftigte und 3 Teilzeitkräfte. Als Ausbildungsbetrieb ist die Genossenschaft mit 8 Lehrlingen gut aufgestellt, nach erfolgter Ausbildung kam bereits so mancher Arbeitsvertrag zustande.
Auch die heutigen Führungskräfte trugen in der Vergangenheit zum Erfolgskurs bei, viele davon wurden sogar im eigenen Betrieb ausgebildet. Den Hauptanteil der Gesamterlöse macht der Bereich der Tierproduktion aus, gefolgt von der Pflanzenproduktion. In der Milchviehanlage in Cunnersdorf, dem Herzstück der heutigen Tierproduktion, stehen derzeit 1132 Milchkühe. Auch die Aufzucht von Tieren erfolgt im Unternehmen. Die Standorte in Mobendorf, Pappendorf und Goßberg sind weitere wichtige Bestandteile der Entwicklung. Die Milchleistung von durchschnittlich 10605 kg Milch je Kuh ist beachtlich und ein Beweis für die hervorragende Qualität.
Mit den besten Inhaltsstoffen werden unter anderem auch Produkte für Israel produziert. In Europa ist man ebenfalls sehr erfolgreich. Die Kuh „None“ errang in Paris auf der „SIMAGENA“ den Sieg. Auch auf nationale Erfolge ist man sehr stolz.
Bei der Europaschau in Cremona in Italien wurde die Kuh der AGG Hainichen Pappendorf mit dem Namen „Miss Sachsen“ gezeigt. Silvio Hainich ist der heutige Vorsitzende der Agrargenossenschaft.
Zuchtrinder mit sehr hoher Qualität werden in der ganzen Welt vermarktet. So exportiert man u.a nach Marokko, Spanien, England, Polen, Kroatien und Russland.
Unternehmerische Weitsichtigkeit war während der gesamten 2 Jahrzehnte des Bestehens immer eine ganz besondere Stärke, denn es wurden weitere Standbeine geschaffen, um die Unternehmensstrukturen auch für die Zukunft zu sichern.
Dazu gehört unter anderem eine Schweineproduktion mit 600 Mastplätzen. Auch der 1998 errichtete Jungviehstall mit 600 Plätzen sichert den Fortbestand. Im September 2007 wagte man den Schritt in die erneuerbaren Energien. Die Biogasanlage in der Milchviehanlage in Cunnersdorf ging ans Netz. Für 2012 sind weitere umfangreiche Investitionen in der Milchproduktion geplant. Für 3,5 Millionen Euro sollen umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen in der technischen Ausrüstung erfolgen.„Natürlich kämpfen wir mit täglichen Problemen“, so Silvio Hainich. „Der tägliche Flächenverbrauch von rund 10 Hektar in Sachsen für Infrastruktur und Gewerbeflächen auf einstigen landwirtschaftlichen Nutzflächen macht unsere Arbeit zunehmend schwieriger. Die stetig zunehmende Bürokratie in allen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion ist mit hohen Aufwand und Kosten verbunden. Viele Dinge wären auch einfacher zu lösen. Den Fachkräftemangel spüren auch wir in unserer Genossenschaft. Um dem entgegenzuwirken setzen wir auf die Ausbildung in unserem Unternehmen, auch zur Sicherung des Berufsnachwuchses in unserer gesamten Branche. Hier freuen wir uns besonders auf die nächsten Schulabsolventen und deren Bewerbungen.“
Vorstand und Aufsichtsrat sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf laden daher herzlich zum öffentlichen Hoffest am 18. Juni 2011 ab 10.00 Uhr ganz herzlich in die Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf auf die Oederaner Straße ein.

Text und Bild: Silvio Liebe


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